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Allgemeine Regeln

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Allgemeine Regeln für das Ausrichten der Wettbewerbe

2.1 Der Teilnehmer und seine Säge

 

2.1.1 Der Teilnehmer

Der Teilnehmer muss bei den Motorsägenbewerben eine Arbeitshose mit Schnittschutz, Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe, Schutzhelm mit Gesichts- und Gehörschutz und Handschuhe tragen. Eine normale Brille reicht als Schutz nicht aus.

Dem Teilnehmer ist es nicht erlaubt, irgendwelche Markierungsgeräte oder andere Hilfsmittel zu benutzen (keine Stöckchen für Fallkerbdach!).

Der Teilnehmer hat das Recht, sich vor jedem Start zu konzentrieren (max. 1 Minute, nur für Schüler).

Für die Versicherung hat der Teilnehmer selbst zu sorgen. Die teilnehmenden Bundesländer haben für eine ausreichende Kranken- und Unfallversicherung für ihre Teilnehmer zu sorgen. Der Teilnehmer startet auf eigene Gefahr!

 

2.1.2 Die Motorsäge

Die Bauart der Motorsäge muss einem Standardgerät für die professionelle Waldarbeit entsprechen. Es dürfen keine baulichen Veränderungen daran vorgenommen werden. Ein Teilnehmer ist nur startberechtigt, wenn die von ihm eingesetzte Motorsäge serienmäßig/handelsüblich ausgestattet ist. ("Serienmäßig" bedeutet: im Fachgeschäft erhältlich und Seriennummer haben!). Es dürfen Ketten, Schwert, Ritzel und Krallenanschläge zwischen den Bewerben gewechselt werden.

Bei der EM für Schüler und Studenten und der WM für Profis sind nur 3 verschiedene Schwerter und 4 verschiedene Ketten erlaubt.

a) Bei der Staatsmeisterschaft für Schüler und Studenten ist es nach dem Kettenwechsel bzw. vor dem folgenden Kombinationsschnitt nicht erlaubt an der Säge etwas zu verändern.

b) Bei der EM und der WM folgt nach dem Kettenwechsel Kombinations- und Präzisionsschnitt. Die Säge darf nicht verändert werden.

c) Beim Husqvarna-Cup, Bundesentscheid und Landesmeisterschaften kann der Veranstalter nach dem Kettenwechseln auch einen bzw. zwei Übungsschnitte genehmigen.

Jede festgestellte Veränderung an der Maschine, Schiene und der Kette führt zur Disqualifikation durch die Jury. An der Säge und auf der Schiene sind nicht serienmäßig angebrachte Markierungen verboten.

Alle Teilnehmer müssen während des Transportes der Motorsäge und während der Fortbewegung von Ort zu Ort innerhalb des Wettbewerbsplatzes den Kettenschutz benutzen.

Jeder Schrittfehler ( 20 Strafpunkte) zählt im Wettbewerbsgelände, sobald die Motorsäge gestartet wurde - auch vor dem Startkommando!

Die Länge jedes Schneidezahnes muss, an der kürzesten Stelle des Zahndaches, mindestens 3 Millimeter betragen.

Der Teilnehmer muss bei allen Disziplinen den gleichen Sägekörper benutzen. Die Sägen werden vor den Wettbewerben untersucht und markiert.

Wenn ein Teilnehmer eine Motorsäge international nicht gebräuchlicher Bauart benutzen will, kann die Jury dies erlauben.

Jede Teilnehmermannschaft darf eine Reservesäge haben, die ebenfalls von der Jury abgenommen und gekennzeichnet werden muss. Diese Zusatzsäge darf nur benutzt werden, wenn die Säge eines Teilnehmers ausfällt. Die Erlaubnis, die Zusatzsäge zu benutzen, wird von den Schiedsrichtern einer Disziplin erteilt, wenn eine Säge nicht innerhalb von 5 Minuten gestartet werden kann. In unklaren Fällen wird die Jury hinzugezogen.

 

2.2 Überprüfung, Lagerung und Transport der Ausrüstung

Die Motorsägen und die Ausrüstung werden vom Veranstalter und von 2 Schiedsrichtern, die von der Jury dazu bestellt werden, überprüft und zu den einzelnen Bewerben zugelassen.

 

2.3 Protest

Der Teilnehmer hat das Recht, gegen das ihm zugewiesene Wettkampfobjekt oder gegen die Bewertung zu protestieren. Der Protest gegen ein zugewiesenes Wettkampfobjekt hat vor der Ausführung zu erfolgen, spätere Reklamationen werden nicht anerkannt.

Ein Protest gegen die Bewertung muss innerhalb von 30 Minuten ab dem Zeitpunkt, an dem der Teilnehmer eine Kopie seiner Ergebnisse erhalten hat, durch den Mannschaftsführer schriftlich erfolgen. Der Teilnehmer und der Coach müssen angehört werden. Die Entscheidung der Jury ist endgültig.

 

2.4 Sicherheitsregeln

 

2.4.1 Absicherung des Wettbewerbsortes

Der Wettbewerbsort wird abgesperrt und darf nur von Mitgliedern der Jury, den Schiedsrichtern und Messgehilfen, dem Teilnehmer, der an der Reihe ist und seinem Mannschaftsführer betreten werden. Vertreter der Medien dürfen nur unter der Führung vom Veranstalter dazu bestimmten Personen den Wettkampfplatz betreten.

 

2.4.2 Arbeitssicherheit

Verletzungen der allgemeinen Sicherheitsvorschriften gemäß Tabelle 1 werden von dem Moment an bewertet, in dem der Teilnehmer den Wettbewerbsort betritt. Verstöße gegen die allgemeinen Sicherheitsvorschriften werden im Protokoll aufgenommen, indem die jeweilige Art der Verletzung beschrieben und erwähnt wird, wie oft der Verstoß wiederholt wurde. Jeder Verstoß ist mehrmals möglich und wird dann auch mehrmals bestraft.

 

Tabelle 1

Strafpunkte für jede Verletzung allgemeiner Sicherheitsvorschriften

 

Nr.

 

Verletzungen der allgemeinen Sicherheitsvorschriften

 

Strafpunkte je

Disziplinen

 

 

I

II

III

IV

V

1

Betreten des Wettbewerbsplatzes ohne Aufruf

50

50

50

50

50

2

Arbeiten ohne Handschuhe oder anderem Handschutz, Helm, Gesichtsschutz, Gehörschutz, Sicherheitsschuhwerk und Beinschutz (jedes Mal)

20

-

20

20

20

3

Unkorrektes Starten der Säge, starten ohne Kettenbremse (Schulbewerbe)

30

-

30

30

30

4

Berühren der Kette mit der Hand, während der Motor läuft (jedes Mal)

50

-

50

50

50

5

Gehen mit laufender Kette (jedes Mal)

20

-

20

20

20

6

Säge kann innerhalb 5 Minuten nicht gestartet werden

30

-

30

30

30

7

Führen der Säge mit einer Hand, wenn die Kette läuft

20

-

20

20

20

8

Verletzungen, die keiner medizinischen Hilfe bedürfen

20

20

20

20

20

9

Verletzungen, die medizinischer Hilfe bedürfen

50

50

50

50

50

10

Fehlen des „Erste Hilfe“ - Päckchens

keine Starterlaubnis

 

Der Organisator der Wettbewerbe muss alle Maßnahmen ergreifen, um die Arbeitssicherheit während der Wettbewerbe zu garantieren. Der Organisator ist nicht verantwortlich für Unfälle, die von den Teilnehmern während ihrer Vorbereitungen oder während des Wettbewerbes selbst oder durch fehlerhaftes Werkzeug verursacht werden.

Der Teilnehmer darf die Motorsäge erst dann starten, nachdem er vom Schiedsrichter das Freizeichen bekommen hat.

Das Startkommando muss eindeutig sein ("Achtung - Fertig - Los").  Das Kommando kann erst dann gegeben werden, wenn Blickkontakt mit dem Teilnehmer aufgenommen wurde.

Die Motorsäge muss mit Kettenbremse gestartet werden (nur bei Schulbewerben). Flugstart ist trotzdem verboten (siehe Abbildung). Die Motorsäge muss immer mit beiden Händen festgehalten werden (auch beim Warmlaufen).

Die Wettbewerbskriterien zählen, sobald der Teilnehmer den Wettbewerbsplatz betritt. Schrittfehler, Schutzausrüstungsfehler werden auch beim Warmlaufen der Motorsäge mit Strafpunkten geahndet.

Abb. 1  Starten der Motorsäge

 

2.4.3 Maßnahmen bei Unfällen

Wenn einem Wettbewerber ein Unfall zustößt, muss er von einem Arzt behandelt werden. Der Arzt beurteilt die Art und Schwere der Verletzung. Die Jury entscheidet nach Rücksprache mit dem Arzt ob der Teilnehmer weitermachen kann, oder bricht die Vorführung ab.

  

2.4.4 Beseitigung von Gefahrensituationen

Der Ausrichter der Wettbewerbe stellt Helfer und Ausrüstung für die Abwehr von Gefahrensituationen während der Wettbewerbe bereit.

 

2.4.5 Verhalten

Die Teilnehmer müssen die Regeln und gegebene Anweisungen beachten und ein respektvolles Verhalten gegenüber dem technischen Personal, ihren Mitbewerbern, den Schiedsrichtern und der Jury wahren. Teilnehmer, die die Regeln verletzen, können auf Beschluss der Jury disqualifiziert werden.

Der Coach muss das Wettbewerbsgelände nach dem Starten der Motorsäge und beim Messen verlassen. Gibt es beim Messen ein Problem, darf der Mannschaftsbetreuer vom Teilnehmer hinzugezogen werden.

 

2.5 Training der Schiedsrichter

Von der Jury werden für die Schiedsrichter, die von der Jury aus dem Kreis der entsandten Schiedsrichter (siehe Punkt 1.2.5.g.2) ausgewählt wurden, Unterweisungen über die einzelnen Disziplinen durchgeführt. Die Unterweisung beinhaltet die zu benutzende Messausrüstung, die Protokolle und eine einheitliche Auslegung der Regeln.

Schiedsrichter müssen einen Gehörschutz tragen. Schiedsrichter die Stämme nachschneiden, müssen die gesamte Schutzausrüstung tragen.

Den Schiedsrichtern muss zeitgerecht mitgeteilt werden, bei welchem Stand sie zum Einsatz kommen. Weiters muss bei der Veranstaltung ein Zeitrahmen für eine vorherige Schiedsrichterbesprechung vorgesehen werden.

 

2.6 Regeln für die Messung

 

2.6.1 Messtrupps

Die Messtrupps nehmen die Messungen und die Ablesung vor. Der einzelne Messtrupp muss den Protokollführer über das Ergebnis informieren.

In unklaren Fällen, müssen die Schiedsrichter die Messung und die Ablesung durch den Messtrupp und die Arbeit des Protokollführers überprüfen.

Dem Teilnehmer und dem Mannschaftsbetreuer ist es erlaubt, die Messungen zu beobachten. Es ist ihnen aber nicht erlaubt, irgendwelche Kommentare während der Messung abzugeben.

 

2.6.2 Das Protokoll

Wenn das Protokoll mit allen Messergebnissen und der aktuellen Zeitangabe ausgefüllt ist, unterschreiben es die Schiedsrichter und der Teilnehmer. Ein Helfer bringt das Originalprotokoll zur EDV-Auswertungsgruppe. Jeder Wettkämpfer erhält eine Kopie.

 

2.6.3 Zeitnahme und Ablesen auf den Messwerkzeugen

Wenn nicht in den Regeln für die jeweiligen Disziplinen anders vorgesehen, wird die Zeitmessung mit mindestens zwei Stoppuhren mit einer Genauigkeit von hundertstel (0,01) Sekunden vorgenommen. Die erhaltenen Werte werden in das Protokoll eingetragen. Die EDV-Gruppe errechnet den Mittelwert und rundet diesen auf die nächste ganze Sekunde auf bzw. ab.

 

                            z.B.

                            erste Messung ist 110,22 sec.; einzutragen im
                            Protokoll

                            zweite Messung ist 111,89 sec.; einzutragen im
                            Protokoll

                            das Mittel ist 111,055 sec.; abgerundet auf 111 sec.

                            Alle Ergebnisse auf Messgeräten werden auf die nächste Einheit der geforderten Genauigkeit auf- bzw. abgerundet.

                            z.B.

Die verlangte Messgenauigkeit des Höhenunterschiedes zwischen Fällschnitt und der Sohle des Fallkerbs ist 1 mm. Ein Ergebnis von 21,3 mm muss als 21 mm im Protokoll eingetragen werden.

                            z.B.

                            die verlangte Messgenauigkeit der Lotgerechtigkeit
                            des Schnittes

                            (Disziplin III und IV) ist 30 Winkelminutenv(0,5 °).

                            z.B.

die verlangte Messgenauigkeit bei der Abweichung der Richtung des Fallkerbs ist 1 cm.

Ein Ergebnis von 12,9 cm wird als 13 cm im Protokoll eingetragen. Ergebnisse, die genau in der Mitte liegen, werden zum nächsten Wert hin aufgerundet (Das Ergebnis der Abweichung beim Fällen ist 12,5 cm und wird als 13 cm im Protokoll eingetragen).

 

Messungen in Grad werden im 360°-System vorgenommen.

Bei der Zeitmessung werden Stoppuhren mit Hundertstel-Teilung verwendet.

 

2.7 Bewertung der Leistung

Die Rangfolge der Teilnehmer wird durch ihre Leistungen in den verschiedenen Wettbewerbsdisziplinen bestimmt. Die Leistung eines Teilnehmers wird in Punkten bewertet, die entweder als Belohnung oder als Strafe vergeben werden.

 

Punkte werden den Teilnehmern für die benötigte Zeit und Qualität ihrer Arbeit verliehen. Strafpunkte werden für Verstöße gegen Arbeitssicherheitsregeln und für Fehler bei der Ausführung vergeben. Die Strafpunkte werden von der Gesamtzahl der Punkte, die in jeder Disziplin erreicht werden, abgezogen, maximal bis zu 0 Punkten herunter.

Die beste Leistung ist die mit der höchsten Punktezahl. Zur Bewertung der Leistungen benutzen die Schiedsrichter Messgeräte und anderer Werkzeuge in Übereinstimmung mit den Regeln. Die Ergebnisse der Messungen werden in das Protokoll eingetragen. Eine Auswertungsgruppe (EDV) berechnet die Ergebnisse gemäß dem Reglement. Die Schiedsrichter und der Leiter der Auswertungsgruppe unterschreiben das Protokoll, welches dann von der Jury bestätigt wird.

Wenn nach dem Wettbewerb zwei Teilnehmer einen Gleichstand bei der Gesamtpunkteanzahl erreichen, ist derjenige mit weniger Strafpunkten der Sieger. Ist selbst dann das Ergebnis gleich, ist derjenige Sieger, der das bessere Ergebnis bei der Disziplin „Fallkerb und Fällschnitt“ hat. Dies gilt auch für Gleichstände in den Mannschaftswertungen.

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