Historischer Abriss

Drucken

 

Zur Geschichte des Litzlhofes von Dr. Martin Wutte

Litzlhof (vom Mittelhochdeutschen lützel, klein) heißt soviel wie Kleinhof, wie Lützlburg – Luxemburg soviel als Kleinburg und Litzldorf (bei Lieserhofen) soviel wie Kleindorf bedeutet.

Während Litzldorf schon 1446 genannt wird, lässt sich die Geschichte des Litzlhof nur bis zum Jahre 1501 zurück verfolgen. In diesem Jahre wird nämlich ein „Peter in dem Litzlhof“ als Zeuge einer Jahrtagsstiftung in Pusarnitz genannt.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war das Gut geteilt. Die eine Hälfte des Hofes gehörte dem Heinrich Saller, Bürger in Sachsenburg, die andere dem Christoph von Weissbriach. Beide besaßen ihre Anteile als freie, keiner Herrschaft untertänige Eigen, bewirtschafteten sie aber nicht selbst, sondern hatten sie einem Bauern namens Matthäus, der urkundlich 1513 und 1519 genannt wird und wahrscheinlich ein Sohn des obgenannten Peter ist, in Bestand gegeben. Matthäus hatte für den Litzlhof dem Heinrich Saller jährlich ein Mut (2½ Vierling) Weizen, 3 Mut Roggen, 1 Mut Gerste, 6 Mut Hafer und 12 Schilling Pfennige als Zins zu zahlen und ebensoviel auch wahrscheinlich dem Christoph von Weissbriach. Er besaß auch ein Zulehen bei Litzlhof, für das er jährlich 12 Schilling Pfennige für eine 1513 von der Pfarrgemeinde von Lieseregg gestiftete Kaplanei und ewige Messe an die Kirche in Lieseregg entrichten musste. Noch Ferdinand Chrysanth von Litzlhofen hatte 1733 für einen dem Gotteshause Lieseregg gehörigen, 7 Tagbau großen Acker (bei dem Feldweg) 28 Gulden Ehrung (eine Taxe, die von jedem Untertanen bei der Übernahme der Hube an die Herrschaft zu zahlen war) und 4 Gulden Leihkauf wie vor alters zu zahlen, während sich der Litzlhof selbst mittlerweile zu einer, wenn auch kleinen, so doch selbstständigen Herrschaft mit eigenen Untertanen entwickelt hat. Im Jahre 1513 verkaufte Saller seinen Anteil am Litzlhof an Niklas Umfahrer und Peter Amtmann, beide Bürger zu Mauthen, um 200 Gulden. Zwei Jahre später kauften die beiden auch die zweite Hälfte des Litzlhofes von Beatrix, der Witwe Christophs von Weissbriach um 195 Gulden.

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts hatte den Litzlhof Christian Litzlhofer als Erbe seines Vaters, vermutlich des obgenannten Matthäus oder dessen Sohnes, in Bestand. Er heiratete nach dem Tode seiner ersten Frau Margarete Purgstaller 1552 des Christian Pradnigks von Weissbriach Tochter Margarete und nach deren Ableben Elisabeth, die Tochter des Niklas Amtmann von Mauthen, im Jahre 1568. Damit trat er zu den Amtmann, die noch immer Eigentümer des halben Litzlhofes waren, in verwandtschaftliche Beziehungen. Schon im Jahre 1568 verkauften die Amtmann die ihnen gehörige Hälfte des Hofes an Christian und damit ging die eine Hälfte des Hofes als freies Eigen in den Besitz Christian Litzlhofers. Diese Hälfte wurde damals auf 1.000 Gulden geschätzt, die Gebäude auf 500 Gulden, die Fahrnis an Vieh und Getreide ebenfalls auf 500 Gulden. Christian scheint an den Gebäuden des Litzlhofes verschiedene Verbesserungen vorgenommen zu haben. Er vermachte die ihm als Eigen gehörige Hälfte des Hofes samt Fahrnis und Schulden im Jahre 1575 an seine Söhne aus dritter Ehe, Adam und Anton, und ist bald nach 1575 gestorben.

Christians Witwe Elisabeth kaufte 1577 die zweite Hälfte des Hofes, wodurch auch diese freies Eigen im Besitze der Familie Litzlhofer wurde. Sie heiratete in zweiter Ehe Sebastian Mettnitzer. Im gleichen Jahre schloss Elisabeth mit ihrem Sohne Adam - Anton und zwei andere Söhne scheinen nicht mehr am Leben gewesen zu sein - einen Vertrag, nach welchem sie die Schulden im Betrage von 2.278 Gulden, die ungefähr dem Werte der ihrem Sohne als väterliches Erbe gehörigen Hälfte des Hofes entsprachen, übernahm, dafür aber auch eben diese Hälfte. So war jetzt der ganze Litzlhof in einer Hand vereinigt. 

 

Elisabeth kaufte auch die Alpe Teuffental (Tiefental) in der Krems, für die jedoch an die Herrschaft Gmünd ein Zins gezahlt werden musste. Adam Litzlhofer (I.) heiratete 1590 Katharina, die Witwe des Gewerken Peter Grueber in Obervellach, eine fleißige und vermögende Frau, die ihm ihr ganzes Vermögen vermachte und nach deren Tode 1603 Anna, die Tochter Karl Meixners, Bürger in Sachsenburg. Adam selbst wurde Bürger und Gewerke in Obervellach und wurde daselbst 1603 und 1604 zum Marktrichter gewählt. Nach dem Tode seiner Mutter erbte er auch den Litzlhof. Sein Stiefvater Mettnitzer erhielt eine Abfertigung. Adam beerbte auch einen Verwandten seines Stiefvaters, so dass er bei seinem, zwischen 1621 und 1628 erfolgten Tode sehr vermögend gewesen sein muss. Sein Vermögen gestattete ihm, am Litzlhof größere Um- und Zubauten durchzuführen. Baurechnungen aus seiner Zeit zeigen, dass zum Bau 50 Truhen lebendigen Kalks, 200 Truhen Sand, 30 Stamm Holz, 1.000 Dachladen verwendet wurden.

Adam Litzlhofer hinterließ zwei Söhne, Adam (II.) und Wilhelm. Adam übernahm auf Grund des väterlichen Testamentes die Güter in Obervellach, Wilhelm den Litzlhof, doch musste Wilhelm seinem Bruder gestatten, jährlich 20 Stück Rinder auf die Tiefentalalpe aufzutreiben. Adam widmete sich dem Studium der Philosophie und der Rechtswissenschaften, studierte in Ingolstadt und Padua und trat 1635 in landschaftliche Dienste und wurde landschaftlicher Sekretär.

Wilhelm war eine ‚Zeitlang Mitgewerke beim Goldbergbau am Ladelnig im Teichltale, kaufte dann von den Rosenheimern das adelige Gut Rosenheim in Gschiess, mehrere Grundstücke bei Gschiess und drei Forste. Er wurde 1648 von Graf Martin Widmann in den Adelstand erhoben. Er war kaiserlicher Obristbergmeister in Oberkärnten und nach der Reihe landschaftlicher Steuereinnehmer im Drau- und Mölltal, dann in Großkirchheim und im Gailtal.

Von Wilhelm, gestorben 1683, ging der Litzlhof auf seinen gelehrten Sohn Ferdinand über, nach dessen frühem Tode auf seinen ältesten Sohn Christoph-Ferdinand. Dieser hatte seinen beiden Brüdern Adam Wilhelm und Franz Josef je 12.500 Gulden in bar und Silbergeschmeide im Wert von 100 Gulden auszuzahlen und dazu je drei Stück Leinwand zu geben.

Kaiser Josef I. bestätigte den 3 Brüdern 1709 den Adel und verlieh ihnen das Prädikat „von und zu Litzlhof“.

Im Jahre 1716 erhielten die Brüder die Kärntner Landstandschaft Christoph Ferdinand war vermählt mit Maria Salome von Schönberg. Er kaufte mehrere Huben in der Herrschaft Gmünd und im Drautale, ferner 1718 Schloss und Gut Oberrosenheim oder Escheyhof in Gschiess als Lehen der Grafschaft Ortenburg von Maria Margarete Gräfin von Engelshaus, geborene Freiin von Eschey, um 6.100 Gulden und wurde kaiserlicher Bergrichter zu Steinfeld und Berggerichtsverwalter zu Obervellach. Er starb 1731 und hinterließ u.a. auch eine kleine Bücherei, die hauptsächlich aus juridischen und geschichtlichen Werken bestand.

Sein Nachfolger auf dem Litzlhofe war sein ältester Sohn Ferdinand Chrisanth. Er war Besitzer des Landrechtes in Klagenfurt und legte ein Tagebuch an, das einen Einblick in den Wirtschaftsbetrieb am Litzlhofe gewährt und in schlichter Weise die wichtigsten Ereignisse in der Familie, aber auch andere, manchmal recht bemerkenswerte allgemeine Begebenheiten seiner Zeit erzählt, wie z. B. den Millstätter Bauernaufstand 1737, die Sequestration der ständischen Verwaltung unter Maria Theresia u.a..


Sein Sohn Balthasar hat es fortgesetzt. Ferdinand Chrisanth ließ 1738 das Kreuzstöckl unterhalb des Litzlhofes mit einem Kostenaufwand von 19 Gulden 3 Kreuzer erbauen, wovon 8 Gulden auf die darin aufgestellten zwei Statuen entfielen. Auch ließ er im Wohnhaus vom Zimmer oberhalb der Küche eine Tür zur Kammer durchbrechen, in der großen Stube das Getäfel herausreißen und dieses aufs Neue schön herstellen. Ferner wurden unter ihm im Erdgeschoss 2 Zimmer, von welchen das hintere, früher eine finstere Kammer, bis dahin den Mägden als Schlafraum gedient hätte, während das vordere das Meierleutzimmer gewesen war, zu Wohnstuben herrichten, in die er dann selbst einzog. Endlich ließ er die Wasserleitung in die Küche führen und richtete eine Öl- und Obstpresse ein, nachdem er 1745 den Baumgarten neu angelegt hatte.

Die Wirtschaft war einige Zeit verpachtet, doch wurde der Pächter teils wegen schlechter Wirtschaft, teils weil er den Pacht schuldig blieb, entlassen. Ferdinand Chrysanth kam zum Schlusse, dass es besser sei, selber so gut und fleißig als man könne zu hausen, alle Widerwärtigkeiten mit Geduld zu ertragen und zu bedenken, Gott wolle einem mit den vielfältigen Wirtschaftsbemühungen schon allhier ein Fegefeuer machen, auf dass es alldort im Jenseits keines mehr gäbe; also solle man fleißig und emsig sein und nicht alles schwer zu Gemüte nehmen; verhause man aber etwas, dann dürfe man niemand die Schuld geben als sich selbst.

Unter Ferdinand Chrysanth wurde die erste Häusernummerierung durch zwei Kommissäre, einem Ober- und einem Unterleutnant, durchgeführt (1770) und zugleich eine Volkszählung vorgenommen. Der Litzlhof erhielt die Nummer 1 der gleichnamigen Ortschaft.

Diese Hausnummern gelten heute noch. Oberrosenheim oder Escheyhof die Nummer 18 der Ortschaft Gschiess, Rosenheim die Nummer 22 derselben Ortschaft. Der Litzlhof beherbergte damals außer dem Eigentümer mit seiner Familie 5 Knechte und 7 „Dienstmenscher“. '
Ferdinand Chrysanth heiratete1734 Maria Elisabeth, Freiin von Kanftlhofen, nach deren Tode 1761 Maria Anna von Leobenegg. Der ersten Ehe entsprossen 19 Kinder, der zweiten 8.

Trotz dieses Kinderreichtums sollte diese Familie um wenig mehr als 100 Jahre später aussterben. Von Ferdinands Kindern starb die Mehrzahl im zartesten Alter. Bei seinem Tode 1773 waren noch 11 Kinder am Leben.

Zum Universalerben war Balthasar testamentarisch bestimmt. Das Gut Rosenheim auf 5493 geschätzt. Bei der Übernahme wurde der Litzlhof auf 5814 Gulden und das Escheygut auf 1991 Gulden. Balthasar wurde 1792 landschaftlicher Steuereinnehmer im Möll- und Drautale mit einem jährlichen Gehalt von 90 Gulden, starb 1808 und hinterließ den Litzlhof samt den anderen Gütern seinem Sohne Johann.

Johann hatte wirtschaftlich schwer zu kämpfen, auch er hatte mehrere Geschwister abzufertigen. Dazu musste er 1819 die Wirtschaftsgebäude neu aufbauen, vielleicht infolge eines Brandes. So geriet er in Schulden. Im Jahre 1826 wurden ihm alle lebenden Fahrnisse bis auf 1 Kuh, 40 Schafe und 1 Pferd im Exekutionwege versteigert. Er war daher genötigt seine beiden Güter Litzlhof und Rosenheim an seine Schwester Juliane zu verpachten. Diese Pachtung dauerte bis 1830, in welchem Jahre sein Bruder Josef, ständischer Bauzahlmeister, die Güter in Afterpacht übernahm und von der bisherigen Pächterin alle lebenden und toten Fahrnisse erkaufte. Auf Betreiben Josefs, dem Johann 3000 Gulden schuldete, wurden 1830 auch die beiden Güter versteigert.


Bei der der Versteigerung vorangegangenen Schätzung wurde der Gebäudewert des Litzlhofes auf 3206 Gulden, der Grundwert auf 4383 Gulden, der Gebäudewert von Rosenheim auf 1530 Gulden, der Grundwert auf 4942 Gulden und das Erträgnis der Herrschaft (Leistungen der 29 Untertanen) auf 9876 Gulden geschätzt, der Gesamtwert also auf 22.409 Gulden. Steuern und Zehente sind dabei abgezogen.

Bei der Versteigerung erwarb Josef von Litzlhofen die beiden Güter um das Meistangebot von 11.000 Gulden, also um die Hälfte des Schätzwertes. Auf Josef folgte dessen Sohn Josef Leopold. Unter ihm wurden die Güter infolge eines Prozesses mit dem Domkapitel von Gurk abermals geschätzt. Der Schätzwert der Gebäude Des Litzlhofes betrug damals 6.448 Gulden, jener der Gründe 12.458 Gulden.

J
osef Leopold verkaufte 1861 den Litzlhof an Theodor Freiherrn von Aichlburg und schenkte im gleichen Jahre die Archivalien der Familie dem Geschichtsverein für Kärnten.

Damit endete die Geschichte der von Litzlhofen, soweit sie mit dem Litzlhof verknüpft ist. Noch muss aber zweier Sprossen dieses Geschlechtes gedacht werden. Der eine der Beiden ist Eduard, der Enkel Johann Nepomuks, eines Sohnes des Ferdinand Chrysant. Er nahm als Offizier an den Kriegen 1848 und 1849 teil und zeichnete sich 1859 als Kommandant des 8. Korps bei Solferino so aus, dass ihm der Maria Theresienorden und damit der Freiherrnstand verliehen wurde. Er starb 1882 als Feldzeugmeister. Sein Bild und seine Auszeichnungen wurden testamentarisch dem Geschichtsverein vermacht und sind in dessen Sammlungen aufgestellt.

Der zweite, Moritz, der Bruder des obgenannten Josef, war der letzte männliche Spross dieser einst so zahlreichen Familie und starb am 31. März 1888 als k. und k. Hauptmann.

Werfen wir, bevor wir auf die letzten Besitzer des Litzlhofes übergehen, noch einen Blick auf die wirtschaftlichen Verhältnisse, wie sie unter der Herrschaft der von Litzlhofen auf dem Gute gewesen sind:
Der Litzlhof verdiente, was die Gebäude anbelangt, diesen Namen auch nach; dem Neubau durch Adam von Litzlhofen. Valvasor nennt ihn in einer Topographie Charinithiae 1688 zwar Schloss, sagte aber selbst, dass er klein sei von Gebäude.



 


Auf dem Bilde bei Valvasor erscheint er wie ein größeres einstöckiges Bauernhaus. Drei Fenster gehen nach Süden, gegen den, mit einer Mauer umfangenen Garten zu, fünf Fenster nach Westen. Noch heute kann man am Hauptgebäude die alte Bauart herausfinden. Mit Recht rühmt schon Valvasor die schöne Übersicht, die man vom Hofe aus über das ganze Lurnfeld genießt. Das Ausmaß des dazu gehörigen Ackerlandes war das eines mittleren oder größeren Bauerngutes von heute.

Im Jahr 1607 wurden geerntet:
83 Schober Winterweizen, die 28 Vierling Weizen ergaben, 10½ Schober Sommerweizen (3½ Vierling), 235 Schober Roggen (106 Vierling), 74 Schober Gerste (38 Vierling), 292 Schober Hafer (194 Vierling) zusammen 695 Schober und fast 370 Vierling. Es konnte jährlich ziemlich viel Getreide nach Obervellach und Gmünd verkauft werden, wohin es mit Wagen gebracht wurde.


Im Jahre 1749 wurden nach den Angaben des Besitzers für die Theresianische Steuerrektifikation ausgesät:
9 Vierling Weizen, 32 Vierling Roggen, 18 Vierling Gerste, 11 Vierling Hafer, zusammen 70 Vierling, ferner 6 Massl Hirse, 18 Massl Bohnen und 3 Vierling Haiden. Es ist auffällig, dass gegenüber 1607 so wenig Hafer angebaut wurde. Mais und Kartoffel waren noch nicht bekannt. - Der Durchschnittsertrag wurde bei Getreide auf 2,25 bis 2,50 fachen Samen geschätzt, bei Buchweizen, der des Reifes wegen nur selten gedieh, in guten Jahren auf 4fachen Samen. Es herrschte noch stark die wilde Egartwirtschaft.

Gemäht wurden:
11 Fuder Klee, 59 Fuder süßes und 12 Fuder saures Heu im Gesamtwert von 119 Gulden. An Vieh wurde gehalten: 2 Pferde, 15 Kühe, 20 Galtstücke, 30 Schafe und 2 Mutterschweine. Den Sommer über wurden die Rinder auf die Alm getrieben. Im Jahre 1757 lieferten die Almkühe 53 Stück Butter mit zusammen 305 Pfund, 48 Stück Käse mit 299 Pfund und 89 Stück „Labmachet“, wahrscheinlich das heutige „Kasmachet“.

Eine wichtige Einnahmsquelle bildeten die drei Teiche: Der Kühwiesenteich, der Teich im Wald ob Litzlhof und vor allem der Reinwaldteich bei Maria Feicht. Zur Zeit Ferdinand Chrysanths wurden sie jedes zweite oder dritte Jahr abgefischt. Im Jahre 1737 wurden z.B. im Reinwaldteich 156 Karpfen und bei 700 Krebse gefangen. Die Karpfen wurden um 13 Gulden für den Zentner verkauft, die Krebse je nach Größe für 18 Kreuzer, 24 Kreuzer und 1 Gulden das Hundert. Frisch eingesetzt wurden 414 Stück kleine Karpfen, 50 Schleien und 270 Krebse. Die Fischsetzlinge wurden nicht selten vom Wörthersee bezogen.


  • Unter Ferdinand Chrysanth gehörten zum Litzlhof 26 Untertanen und zwar:

    Josef Oberlercher am Wegergut zu Trebesing,
    Peter Pirker am Sapsergut an der Saps im Maltatal,
    Lorenz Hartlieb, Neubauer zu Pattendorf,
    Hans Zöhrer in Althaus bei Steinfeld,
    Christoph Ortner am Klamperergut in Althaus,
    Peter Paumgartner am Zechnergut in Obergottesfeld,
    Bartlmä Millner an der Millnerhube zu Fell,
    Matthias Guggenbichler am Guggenbichl, Herrschaft Greifenburg,
    Michael Oberstainer am Rindlerlehen in der Lanzewitzen,
    Georg Wohlgemuth zu Oberallach ob Lind im Drautale,
    Lukas Pichler an der unteren Keuschen am Ledten, Herrsch. Spittal,
    Jakob Rauter an der oberen Keuschen am Ledten,
    Georg Tröbacher an der Tischlerkeusche zu Preissdorf bei Kolbnitz,
    Matthias Gasser, Adambauer zu St. Gertraud bei Pusarnitz,
    Jakob Seeber an der Fell ob Lind,
    Matthias Konrath in Lengholz,
    Andreas Obeger, Christianbauer am Radl,
    Andreas Schader, Pecham am Radl,
    Andreas Klocker, Wölfl am Radl,
    Hans Steiger am Radl,
    Hans Unterkofler und Andreas Rohrer, Spiritus am Blasnig.

Diese Untertanen waren zu Robottleistungen verpflichtet und hatten gewisse Abgaben zu entrichten, so ein jährliches Stiftgeld, dann Zins und Zehentgetreide, die sogenannten Kleinrechte (Eier, Hühner, Schmalz, Schweineschultern, Lämmer, Käse), ferner bei Todesfällen das „Sterbrecht“, Taxen für die Inventur und die Verlassabhandlung, die durch die Herrschaft durchzuführen waren, die Ehrung und bei Verkäufen das Abfahrtsgeld.


Wie es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Litzlhof aussah, erfahren wir aus den Schätzungen von 1829 und 1844. Im Jahre 1829 enthielt das Schloss 2 gewölbte Keller, dann zu ebener Erde eine gewölbte Laube, eine gewölbte Küche, zwei gewölbte und stuckartierte Wohnzimmer und außerdem noch drei Gewölbe, ferner im 1. Stock einen Vorsaal und 7 Wohnzimmer mit Stuckdecken.

Im Schätzungsprotokoll von 1844 wird besonders die schöne Lage des Litzlhofes und der malerische Anblick hervorgehoben, den er mit seinen zwei weiß gestrichenen Stockwerken und grünen Fensterbalken, dem gegen Süden abfallenden, drei Etagen bildenden Garten, den vielen Obstbäumen und altertümlichen, schön belaubte Linden, sowie dem waldigen Hintergrunde gewährte.

Die Stallungen reichten für 65 Stück Rinder, 60 Schafe und 36 Schweine, der Pferdestall für 14 Stück Pferde. An diesem war der Getreidekasten angebaut. Zum Schlosse gehörten noch die oberhalb des Schlosses gelegene Keusche, eine Hausmühle und eine Brechlstube.

An dazugehörigen Grundstücken werden aufgezählt:
Der große und der kleine Kreuzacker, der Steindorferacker, der obere und untere Hofbratenacker,  der Lendorferbratenacker, der Salitererbratenacker, der Lendacker, der Acker am Bichl, der Peintenacker, der Jesenacker, der längere Jesenacker, das Greisische Ackerl, der zum Teil mit Obstbäumen bepflanzte Anger, die Kuhwiese, die Wiese am Moos (damals Ochsen- oder Rosshalt), die Hutwiese am Aichbichl, die Weide, Gemeindetratten genannt, der Kuchl-, Schwein-, Rübsam-, und Obstgarten, der Litzlhofer Forst ober dem Schloss, der Binderanger, die Alpenwiese in der Gemeinde Pusarnitz, der Wald ober dem Schloss (der untere Forst genannt) und endlich die Alpe im Kaisertal in der Gemeinde Obergottesfeld.


Nun wieder zurück zu den Besitzern! Von Theodor Freiherrn von Aichlburg kam der Litzlhof samt Rosenheim 1874 durch Kauf um 38.500 Gulden an Benno Martiny aus Danzig und seine Gemahlin Maria, geborene Anker. Martiny hat sich durch eifrige Pflege der Mölltaler Rinderrasse sehr verdient gemacht und verkaufte die beiden Rosenheim 1877 an Johann Pichler und den Litzlhof 1880 an Dr. Josef Damian.

Endlich wurde der Litzlhof samt Fahrnis 1908 vom Lande Kärnten, zugleich mit der Hofalm, der Steuergemeinde Laubendorf, Gerichtsbezirk Millstatt um den Preis von 234.000 Kronen zu Schulzwecken angekauft.

 

 

Thursday the 17th. Joomla Templates Free. Custom text here