Gut Litzlhof 1861 - 1908

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Eine Darstellung der Geschehnisse in dieser Zeit nach Berichten noch lebender Zeugen von Hermann Sporer.

Theodor Freiherr von Aichlburg 1861-1874 Besitzer des Litzlhofes, verpachtete das Gut einem Schweizer, namens Hüssler, der vorher Rotfärbermeister in Seebach bei Spittal gewesen war, angeblich um den jährlichen Pachtschilling von 1300 Gulden. Dieser Mann brachte durch Umsicht und Fleiß die herabgekommene Wirtschaft wieder in die Höhe. Er führte die Kartoffel in Oberkärnten ein und verkaufte Saatgut davon ins Lieser-, Drau- und Mölltal. Er soll den vollen Pachtschilling aus diesen Einnahmen bestritten haben.

Nach dem Tode Hüsslers, der auf dem Litzlhof auch eine Gastwirtschaft und Schwarzbäckerei betrieben hatte, verkaufte Freiherr von Aichlburg 1874 den ganzen Besitz an Benno Martiny aus Danzig, der in Berlin Professor an einer Lehrkanzel für Milchwirtschaft war.
 

Martiny hat sich in Oberkärnten ein Denkmal gesetzt, indem er durch züchterische Maßnahmen den Mölltaler Rindviehschlag schuf. Der verstorbene Alpeninspektor Pacher hat dieses Werk eingehend studiert und in einer Abhandlung gewürdigt. Martiny hat, genötigt durch ausgedehntere Rinderzucht, als einer der ersten auf dem Lurnfelde Feldfutterbau in größerem Masse betrieben. Er säte vornehmlich Roggen, den er im Schossen als Futter mähen ließ. Dabei verwendete er eine Mähmaschine, die vierspännig fuhr, aber nicht befriedigende Arbeit geleistet haben soll. Als Tierzüchter ließ er sich auch die Schweine-, Schaf-, und Fischzucht angelegen sein. Er konnte die Früchte seines fleißigen Strebens nicht ernten. Ein Brand zerstörte 1880 alle Wirtschaftsgebäude und das Marhaus und dadurch wurde Martiny, ein Pionier der Oberkärntner Landwirtschaft, gezwungen, das Gut zu verkaufen.

Dr. Josef Damian, Notar in Wien, der bei Pichler in Oberdrauburg (vlg. Schröttelhofer) auf Sommerfrische weilte, erstand es und ließ sogleich die abgebrannten Baulichkeiten wieder herstellen. Da er selbst nicht Landwirt war und auch selbst nur wenige Monate des Jahres auf dem Litzlhof lebte, bestellte er einen Verwalter in der Person des Leopold Knulz, eines Absolventen der Klagenfurter Ackerbauschule, der den Hof bis 1896 bewirtschaftete und dann von Verwalter Steinbrugger abgelöst wurde. Dr. Damians Berater in den Hauptfragen der Bewirtschaftung des Litzlhofes blieb einige Zeit Herr Postmeister Pichler in Oberdrauburg; später waren es die Herren Kapeller in Lendorf und Premersdorfer in Pusarnitz.

Dr. Damian steht bei den älteren Lurnfeldnern in bester Erinnerung. Er war sehr leutselig, voll Humor und von gemeinnütziger Denkart. Den Schulen von Pusarnitz und in Holz stiftete er je einen Schulbrunnen. Er ließ die Gretlquelle, nächst den Wege nach Pusarnitz fassen und trug sich mit dem Gedanken, eine Wasserleitung für den Hof zu legen, die das Wasser einiger, hoch im Hange des Hirschberges gelegener Quellen heranbringensollte. Diesen Plan führte erst der Besitznachfolger, das Land Kärnten, unter dem Zwang neuer, durch Eröffnung der landwirtschaftlichen Schule gegebener Verhältnisse aus.



 


Dr. Damian füllte den Rinderstall durch Ankauf guten Mölltalerviehes und eigene Zucht rasch auf. An Schweinen hielt er die englische Rasse Suffolk, die er mit dem Landschwein kreuzte.

Diese Kreuzung wurde von Tiroler Händlern gerne gekauft. Da aber die Zufuhr frischen Blutes aus England unmöglich wurde, degenerierte der Schweinebestand und Damian versuchte andere Rassen, darunter Yorkshire.

Entsprechend dem hohen Viehstande herrschte Futtergewinnung auf Naturwiesen vor. Die Sommerung des Viehes erfolgte in der Perschitzen, einer Alm im Maltatal, da die Alm Tiefental unter Aichelburg an Kapeller in Sachsenburg verkauft worden war. 1897 wurde die noch heute zu Litzlhof gehörige Hofalm in der Nöring, von der Forstdomäne Millstatt für 12.000 Gulden gekauft.


Frischmilch und Butter wurden regelmäßig vom Hofe weg an ständige Abnehmer – Schloss Porcia, Bezirkshauptmann, Kunstmühle u. a. – nach Spittal geliefert.

Dr. Damian beteiligte sich 1898 mit einer Kollektion von 12 Rindern des Mölltalerschlages an der großen Wiener Ausstellung und erhielt einen ersten Kollektionspreis, einen ersten Preis für Altstiere und zahlreiche andere Geldpreise und Medaillen.

Gleich günstig war der Erfolg einige Jahre später auf einer Landesausstellung in Klagenfurt mit einer Kollektion von 10 Rindern.

Der Erwähnung wert ist der 1902 erfolgte Zukauf einer Fläche von 2 Joch zum Feichter Moos, dessen Entwässerung später durch Litzlhofer Schüler durchgeführt wurde.

Der terrassenförmige Garten diente anfangs zur Gänze dem Gemüsebau. Der warf aber zu wenig ab und Damian beschränkte sich später auf die Erzeugung des Hausbedarfes an Gemüse. Die oberste Terrasse wandelte er in eine hübsche Parkanlage um.

Nach Verkauf des Gutes lebte Dr. Damian von Schöpfenbrunn in Wien und starb dort schon 1908 im Alter von 72 Jahren. Seine beiden Söhne waren altösterreichische Beamte höheren Ranges, die einzige Tochter einem hohen Offizier vermählt.


 

 

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