Metallbearbeitung

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Der praktische Unterricht „Metallbearbeitung“ hat sich im Laufe der Jahre etwas verändert. Der Grundgedanke – mit einfachen Mitteln und Werkzeugen ein brauchbares und herzeigbares Ergebnis zu erzielen – ist gleichgeblieben, daneben wird aber viel mehr auf die Wünsche und Bedürfnisse der Schüler Rücksicht genommen. Bisher wurden über 30 verschiedene Werkstücke verwirklicht, von einfachen (Stiefelputzer, Lampenständer, Ackerschiene mit Kugelkopf, Stempelträger, Wurzelstecher, Verschleißblech für Aluschaufel …) über größere (Sackroller, Ballenträger einfach und zweifach, Frontkiste, Heckgewicht, Handwagen, Arbeitsschragen …) bis hin zu großen und komplexen Aufgaben (Geflügelrupfmaschine, Traktoranhänger, Futterraufe …).

Jeder Schüler des zweiten Jahrganges ist angehalten ein Werkstück seiner Wahl anzufertigen. Bei der Auswahl wird darauf Beda
cht genommen, dass es der Arbeitserleichterung dient, einen Beitrag zur Unfallverhütung leistet, wesentlich billiger ist als das fertig gekaufte Stück, oder auch nur der Verwirklichung von kreativen Ideen dient. Die Verwendung von Reststücken und Altmetall bringt nicht nur eine große Kostenersparnis sondern dient auch dem nachhaltigen Gebrauch unserer Ressourcen und bleibt im Kreislauf.


Schon beim Zuschnitt kann optimiert– das heißt Material gespart - werden. Es ist Absicht, dass nicht immer alles da ist, denn sonst wird gedankenlos Material verschwendet, Unmengen an Reststücken produziert.

Mit einer einfachen Werkstattausrüstung, die auch auf fast allen Bauernhöfen verwendet wird, sollen unsere Schüler zurechtkommen. Bohrmaschine, Winkelschleifer, Schleifbock, Schweißgeräte (Elektroden-,Schutzgas-, Autogen-) und die notwendigen Handwerkzeuge erfordern Kenntnisse über Unfallverhütung, gute Handfertigkeit und auch viele Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten.
 

Gerade in der Pubertät ist es wichtig ein gutes Selbstwertgefühl zuhaben.
Der Mensch leb
t nicht vom Brot allein – Anerkennung und Lob von Bekannten, Eltern, Freunden und auch Lehrern sind eine wichtige Nahrung für die Seele. Auch ein einfaches, mit den eigenen Händen gemachtes Werkstück kann viel bewirken, denn jeder hat einmal klein begonnen und sich dann gesteigert. Ein sprunghaftes Hin und Her zwischen völliger Überschätzung und extremer Geringschätzung des eigenen Tuns ist in der Pubertät oft anzutreffen. Dieses eigene absolute Urteil macht blind gegenüber dem differenzierten Wert der eigenen Leistung. Die Schüler können leichter den Unterschied zwischen Selbstwert und Produktwert begreifen.

Der Selbstwert bekommt einen Kick wenn ich etwas schaffe, das Anerkennung findet. Aber es muss nicht völlig entmutigend sein, wenn etwas nicht perfekt gelingt, wenn der Schüler selbst seine „Fehler“ am Werkstück benennen und beurteilen kann. Mehr als die Hälfte unserer Schüler beginnen anschließend eine Lehre in den verschiedensten Metallberufen.

Ing. Johann Kohlmaier
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